Tipps fürs Beten

Beten lernt man nur durch Beten. Das klingt so einfach, dass viele Christen damit nicht klar kommen und die Sache unnötig kompliziert machen. Kein Wunder, dass am Ende mehr Frust als Lust übrig bleibt. Damit das nicht passiert, gibt es hier ein paar Tipps fürs Beten von KLARTEXT-Autorin Delia Vogel. Fangen wir bewusst klein an – first things first!

Bibel-Alltag

Gebet mit Herz

Gebete sind etwas sehr Intimes. Ich rede mit Gott, dem himmlischen Vater. Aber das kann ich nur, wenn ich es auch wirklich möchte. Wem nützen leere Floskeln? Ich möchte mit Gott auf einer persönlichen Ebene sprechen. Das gelingt nur, wenn ich mit Herz bei der Sache bin. Und womit das Herz voll ist, davon geht der Mund über.

Gebetsspaziergang durch die Wohnung

Das klingt etwas komisch: Ich kann mich am besten konzentrieren, wenn ich durch meine Wohnung laufe. Das funktioniert beim Telefonieren mit Freunden und auch beim Gebet. Sich beim Beten zu konzentrieren, fällt mir an manchen Tagen schwer. Ein kleiner Spaziergang um den Esstisch kann da schon einiges bewirken.

Gebet im Knien

Auf Knien beten ist nicht besonders attraktiv oder bequem. Ich habe diese Form des Gebets bei meiner Tante gelernt. Als Kind war es furchtbar. Als Erwachsene finde ich es durchaus hilfreich. Ich verharre in einer ungewöhnlichen Körperhaltung und muss mich mehr auf meine Gedanken und Körper konzentrieren. Einen Versuch ist es wert, oder?

Gebet mit Ohr und Hand

Gebet braucht Zeit. Und Zeit zum Gebet möchte ich mir nehmen. Ein vertrauliches Gespräch mit Freunden findet auch nicht auf offener Straße oder im Bus statt. Daher nehme ich mir in Abständen mehr Zeit zum Gebet. Diese Begegnungen finden meist abends statt, wenn ich im Bett verweile und die letzten Tage in Gedanken durchgehe. Ich schreibe wichtige Gedanken auf Zettel, lege sie in eine Box und gehe dann wieder ins Gebet. Ich möchte hören, was Gott zu sagen hat. Auf den Zettel (mit Datum) kann ich später wieder zurückgreifen.

Gebet in der Stille

Stille ist etwas Wunderbares. Wenn man sie erst einmal entdeckt und ausgehalten hat. In der Stille kommen viele innere Stimmen, Gedanken und Erinnerungen. Gott spricht in der Stille. Das habe ich oft erlebt. Es lohnt sich, die Stille aufzusuchen: ohne Handy, Musik, Uhrticken oder sonstigen Geräuschen, Gott zu begegnen. Stille muss man aushalten und sich dann überraschen lassen, was als nächstes passiert.

Gebet mit Ton

Mein Religionslehrer in der Schule hat uns einmal erzählt, dass er immer laut betet. Das fand ich als Schüler etwas schräg. Und doch musste ich es ausprobieren. Ich habe mich ans Fenster gesetzt und fing an in Richtung Himmel zu reden. Das mache ich bis heute, denn in dem Moment weitet sich mein Blick, das Herz geht auf und ich kann ohne Mühe alles loswerden, was mir auf dem Herzen liegt.


Bild: Unsplash.com

07.03.2016 //

blog comments powered by Disqus