Fasten(ergy) – Was du gewinnst, wenn du verzichtest

Fasten ist für viele Christen eine altbewährte Tradition – vor allem in der Osterzeit. Aber was hat es damit eigentlich auf sich? KLARTEXT-Autorin Mandy hat die Frage mal aufgerollt – und auch gleich einen 3-monatigen Selbsttest gemacht …

Bibel-Blog

Fasten – das ist im klassischen christlichen Sinne der Verzicht auf Nahrung, um sich in dieser Zeit auf das Wesentliche zu konzentrieren: Gott. Wer früher fasten wollte, musste sich genau an die festgelegten Speisevorschriften halten. Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, dass es bei so vielen Geboten und Verboten schnell nur noch darum ging, nichts falsch zu machen. Und wenn dann mal was daneben ging, hatten die Leute Angst, von Gott bestraft zu werden – manch ein Glaubensferner dachte sogar, dass er dadurch in die Hölle einfährt! 🙁

Gut, dass Martin Luther dieses Denken infrage gestellt hat! Er hat klargestellt: Fasten kann auch eine gute Sache sein, sollte aber nicht zur religiösen Pflicht werden. Du kannst dir den Himmel nicht „erfasten“, doch bewusstes Fasten kann eine Art sein, Gott zu zeigen: Diese eine Sache ist mir richtig wichtig!

Fastenzeiten sind sinnvoll, um sich bewusst Gedanken darüber zu machen, was man hat und wie man lebt – und um einen neuen Zugang zu Gott zu suchen. Auch wenn du eine wichtige Entscheidung treffen musst, kannst du fasten. Die Zeit, die du sonst zum Kochen, Essen, Abspülen und Verdauen brauchst, kannst du nutzen, um mit Gott ins Gespräch zu kommen. Fasten kann besondere Kraft freisetzen (lies dir zum Beispiel die Geschichte von dem Dämon durch, der sich nur durch Beten und Fasten austreiben ließ: Matthäus 17,14-21).

In der Bibel hat Fasten immer etwas mit Nahrung zu tun. Die Kirche hat das Prinzip dahinter aber schon früh auf andere Themen wie Feiern und Feste ausgeweitet. Wobei es für die meisten Menschen damals nicht viel anderes gab, auf das sie hätten verzichten können: Freizeitsport, Medienkonsum und Hobbys gab es ja nicht. Heute nehmen diese Dinge aber einen großen Teil unseres Lebens ein. Da kann es Sinn machen, in diesen Bereichen freiwillig (!) Verzicht zu üben.

Probier es doch mal in dieser Osterzeit aus! Nach dem Fasten wirst du wahrscheinlich selbstverständlich gewordene Annehmlichkeit wieder ganz neu zu schätzen und zu genießen lernen. Ich habe das selbst erlebt: Vor einiger Zeit habe ich für drei Monate auf Fisch und Fleisch verzichtet. Was meinst du, wie gut mir das erste Steak nach dieser Zeit geschmeckt hat?! 🙂 Ich habe in der Zeit viel Neues über mich und Gott gelernt.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Mandy „Frau Punk“

PS: Mehr zu meinem Experiment – 3 Monate ohne Fisch und Fleisch – kannst du auf meinem Blog lesen. Eigene Erlebnisberichte sind willkommen.


 

Bild: Unsplash.com

18.02.2015 //

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