Biblische Feste

Die Israeliten feiern jedes Jahr viele Feste. Die Anlässe und Formen sind sehr unterschiedlich. Manche werden begangen, um Gott entweder für die Ernte zu danken oder für seine großen Taten in der Geschichte ihres Volkes. Zur Zeit der Bibel wird Gott anlässlich des Festes im Tempel ein Opfer mit Tieren und Früchten des Landes gebracht. Es gibt aber auch einen Tag, an dem die Israeliten fasten und trauern. Hier eine Übersicht über die wichtigsten biblischen Feste.

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Purimfest

Purim bedeutet „Los“. Beim Purimfest, das im Februar/März gefeiert wird, lesen die Juden das Buch Ester. Der biblische Hintergrund:
 Dieses Fest erinnert sie daran,
 wie ihre Vorfahren in Persien vor dem bösen Haman gerettet werden, der sie umbringen lassen will. Bei diesem fröhlichen Fest ziehen sie Kostüme wie beim Karneval an, verteilen Geschenke und essen besondere Speisen, zum Beispiel die Hamantaschen (siehe Bildergalerie). Bibelstellen: Ester 3,1-7; Ester 9,20-32

Neumondfest/Neumondstag

Dieses Fest feiern die Juden, wenn ein neuer Monat beginnt, um sich daran zu erinnern, wie Gott die Welt wunderbar geordnet geschaffen hat. Bibelstellen: 4 Mose 28,11-14

Sabbat (Ruhe- und Feiertag der Juden)

Der Sabbat wird von Gott im ersten Buch Mose eingeführt. Er beginnt am Freitagabend nach Sonnenuntergang und endet am Samstagabend nach Sonnenuntergang. Am Sabbat wird nicht gearbeitet. Die Menschen gehen zum Gottesdienst in den Tempel oder die Synagoge. Es gibt – vor allem bei den Pharisäern – viele strenge Zusatzregeln für den Sabbat. Das ist auch einer der Gründe, weshalb sie so darüber empört sind, dass Jesus am Sabbat Menschen gesund macht. Bibelstellen: Markus 2,23-27; 2 Mose 20,8-1

Passafest (hebräisch: Pessach)

Passa heißt „vorübergehen“. Das 
Fest wird sieben Tage lang im März/
April zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten gefeiert. Beim
 Passamahl werden auch festgelegte
 Speisen gegessen, zum Beispiel Horoset, das an den Lehm erinnert, aus dem die Israeliten in Ägypten Ziegel fertigen mussten.
 Der biblische Hintergrund: Das Volk Israel leistet Sklavendienste in Ägypten. Gott ordnet an, dass alle israelitischen Familien am Abend vor dem Auszug ein einjähriges, fehlerloses Ziegen- oder Schafböckchen opfern sollen. Mit dem Blut des Lammes sollen sie die Türrahmen bestreichen. An diesen Häusern geht Gott vorüber. Als schlimme Strafe dafür, dass der Pharao das Volk Israel nicht aus seinem Land weggehen lassen will, sterben in jeder ägyptischen Familie die erstgeborenen männlichen Kinder und Tiere. Bibelstellen: 2 Mose 12

Fest der Tempelweihe/Tempelweihfest (hebräisch: Channukka)

Es wird auch „Lichterfest“ genannt und im Dezember gefeiert. Es erinnert an den Sieg Israels über den syrischen König Antiochus N. Epiphanes 164 v. Chr., der den Glauben der Israeliten an Gott ausrotten will. Nachdem Jerusalem befreit ist, wird der Tempel gereinigt und erneut Gott geweiht. Das Fest wird acht Tage lang gefeiert. In den Häusern werden Kerzen angezündet und es gibt besondere Speisen wie Kartoffelpuffer und Schokoladenmünzen. Kinder spielen mit dem Dreidel, einem Kreisel mit vier Seiten (siehe Bildergalerie). Bibelstellen: Johannes 10,22

Fest der Ungesäuerten Brote (hebräisch: Mezzot)

Es beginnt am zweiten Tag des Passafestes im März/April und erinnert an die ungesäuerten Brote, die beim Passafest gegessen werden. Biblischer Hintergrund: Die 
Brote (Mazzen, siehe Bildergalerie) sind ungesäuert, also ohne Sauerteig gemacht, weil die Israeliten Ägypten schnell verlassen sollen. Bibelstellen: 3 Mose 23,5-8

Fest der Erstlingsgarbe (hebräisch: Chag Ha Bikurim)

Das Fest der Erstlingsfrüchte ist Bestandteil des Passafestes. Es ist das erste von den drei Erntefesten im Jahr. Das zweite Erntefest ist das biblische Pfingstfest/Wochenfest Schawuot und das dritte ist das Laubhüttenfest Sukkot. Es wird während
 der Zeit der ungesäuerten Brote
immer am ersten Wochentag, dem 
Sonntag, gefeiert.
 Biblischer Hintergrund: Die Israeliten 
bringen Gott die ersten Früchte der
 Gerstenernte dar (siehe Bildergalerie). Bibelstellen: 3 Mose 23,9-14

Pfingsten/Pfingsttag („der 50. Tag“, auch „Wochenfest“ (Schawuot) oder „Fest der Ernte“)

Dieses Fest beginnt fünfzig Tage nach dem Passafest, also im Mai/Juni.
Biblischer Hintergrund: Pfingsten ist eins der drei Wallfahrtsfeste (Pfingstfest, Laubhüttenfest und Passafest), an dem jeder israelitische Mann zum Tempel in Jerusalem gehen muss, als es ihn noch gibt. Zum Abschluss der Getreideernte danken die Menschen Gott für die Ernte, indem die Priester zwei Brotlaibe aus frischem Mehl zusammen mit Tieren opfern. In der Apostelgeschichte wird berichtet, wie der Heilige Geist am Pfingstfest die Jünger von Jesus in Jerusalem begeistert. Bibelstellen: 2 Mose 34,22; 2 Mose 23,16; Apostelgeschichte 2,1-13

Neujahrstag/Neujahrsfest (hebräisch: Rosch ha-Schana)

Die ersten beiden Tage des neuen Jahres werden im September/Oktober gefeiert. In der Hoffnung auf ein „süßes“ neues Jahr gibt es zum Beispiel Honigkuchen zu essen (siehe Titelbild). 
Biblischer Hintergrund: Das Neujahrsfest bereitet die Israeliten auf den Versöhnungstag zehn Tage später vor. Es sind ruhige Tage, in denen die Menschen daran denken, dass Gott der Herrscher über die ganze Welt ist. Bibelstellen: 3 Mose 23,23-25

Laubhüttenfest (hebräisch: Sukkot)

Das Laubhüttenfest ist ein Erntedankfest, das im September/Oktober sieben Tage lang gefeiert wird. Biblischer Hintergrund: Es ist das fröhlichste aller Feste und eins der drei Wallfahrtsfeste (Pfingstfest, Laubhüttenfest und Passafest), an dem jeder israelitische Mann zum Tempel in Jerusalem gehen muss. Während des Laubhüttenfestes übernachten die Menschen in Gärten oder auf Hausdächern in einer Hütte aus Baumzweigen. Die Hütten erinnern an
 die Zeit, als die Israeliten auf dem langen
 Heimweg durch die Wüste von Ägypten 
nach Kanaan in Hütten leben müssen (siehe Bildergalerie). Bibelstellen: 3 Mose 23,39-43


Versöhnungstag (hebräisch: Jom Kippur)

Das ist der höchste Feiertag der Juden, der im September/Oktober gefeiert wird. An diesem Tag fasten sie und bekennen Gott all das Böse, was sie getan und gesagt haben, und bitten ihn um Vergebung.
 Biblischer Hintergrund: Als der Tempel noch steht, nimmt der Oberste Priester einen Ziegenbock und überträgt ihm die Sünden der Israeliten, indem er ihm die Hände auflegt. Dann lässt er den Bock in die Wüste jagen, wo er sterben muss, damit die Sünden ein für allemal weg sind. So wird der Ziegenbock zum Sündenbock. Er opfert sein Leben für die Sünde der Menschen und Gott vergibt seinem Volk die Schuld. Bibelstellen: 3 Mose 16,20-22; 4 Mose 29,7-11


Bilder: Hamantaschen, (c) pavelr #12262664, fotolia; Gerste, (c) Pawel Gaul, iStockphoto; Laubhüttenfest, (c) ZU_09, iStockphoto; Mazzen, (c) Ruslan Dashinsky, iStockphoto; Rosh ha Shana, (c) Tova Teitelbaum, iStockphoto (Titelbild); Jahreskreis-Illustration, (c) Georg Design, Münster

 

17.12.2015 //

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