ABC … Weihnachten? Och nee!

"Nicht schon wieder!“, sagt sich der eine oder die andere vielleicht, wenn er oder sie an den Weihnachtstrubel denkt, der sich wie eine Dampflok auf einen zubewegt. Oft kann einem nicht einmal das Schokoladenstück im Adventskalender versüßen, was der Großteil unserer Gesellschaft unter Bescherung versteht. Jedes Jahr die gleiche Leier, das gefühlsarme Gefasel von der Weihnachtsstimmung und der kuscheligen Familienzeit. Den Weihnachtsmann ... ähm ... den Geschäftemacher freut es. Höchste Zeit, mal hinter die kommerzielle Fassade des sogenannten „Fests der Liebe“ zu blicken. Hier ein ABC zu dem, was aus der Geburtstagsfeier von Jesus geworden ist.

Bibel-Blog

A wie Ansturm: Ist dann, wenn triebgesteuerte Nicht-Denker Kaufhäusern die Türen einrennen, als ob die das ganze Jahr geschlossen hätten.

B wie Bescherung: Nennt man vielerorts eine Zeit zwischen Gottesdienst, Gänsebraten und Gute Nacht, in der Gutbürger wie halbverhungerte Raubtiere hübsch verpackte Pakete aufreißen.

C wie Christkind: Blondgelocktes Kind mit Flügeln und Heiligenschein, das wahlweise mit dem Weihnachtsmann oder Jesus verwandt sein soll.

D wie Düfte: Eines der –> Geschenke, das am häufigsten über die Ladentheke wandert – insbesondere dann, wenn die Zeitspanne zum –> Fest kürzer wird und der Käufer männlichen Geschlechts ist.

E wie Einkaufen: Verb, das häufig mit „glücklich sein“ verwechselt wird.

F wie Fest: „Scripted Reality“-Veranstaltung, manchmal mit echten Überraschungen.

G wie Geschenke: Von Service-Mitarbeitern verpackte, „von Herzen“ verschenkte Aufmerksamkeiten.

H wie Heilig Abend: Eines von zwei Ereignissen im Jahr, an dem der Großteil der Bevölkerung einen Kirchsaal betritt. Für den klerikalen Teil der Allgemeinheit die Gelegenheit, um ein logistisches Wunder zu beten.

I wie Igel: Lebewesen, das regelmäßig das Weihnachtsfest verschläft, davon aber keinen bleibenden Schaden hat.

J wie Jesus: Geburtstagkind, das leer ausgeht.

K wie Krippe: Unentbehrliche Requisite des Kinder-Musicals zu Weihnachten.

L wie Lametta: Beliebter Weihnachtsschmuck, dessen Anblick für –> Weihnachtsstimmung sorgen soll.

M wie Möhre: Eigentlich Myrrhe, wird aber gelegentlich verwechselt.

N wie Nikolaus: Der Vorweihnachtsgeschenkebringer, mancherorts auch Christkindersatz oder Weihnachtsmanndouble oder beides.

O wie „Oh du fröhliche“: Eins von etwa drei bis dreieinhalb halbwegs bekannten Weihnachtsliedern.

P wie Paul: Sohn von Gretchen und Ulf. Freut sich, an Weihnachten Zeit mit seiner Familie zu verbringen

Q wie Querflöte: Ein vorzugsweise in Weihnachtsmusicals auf seine akustischen Belastungsgrenzen hin geprüftes Instrument.

R wie Räucherstäbchen: In Kombination mit –> Lametta die Profiversion zur Erzeugung der –> Weihnachtsstimmung.

S wie Spekulatius: Seltenes Gebäck, das ausschließlich in der Adventszeit im Handel angeboten wird. Darf unter keinen Umständen schon im Herbst zu kaufen sein.

T wie Tannenbaum: Einweg-Luxusprodukt für Familien, leider mit verheerenden ökologischen Nebeneffekten. Gibt es daher mittlerweile als Bio-Version.

U wie Unterm Baum: Laut einer erfolgreichen Werbekampagne wird Weihnachten unterm Baum entschieden. Insider-Tipp!

V wie Vorfreude: Vorweihnachtliche Empfindung einer emotionalen Elite.

W wie Weihnachtsstimmung: Ist dann, wenn aus der Naherwartung der vorweihnachtlichen Freude ein „Es-ist-geschafft!“ wird.

X wie X-Mas: Eine neumodische Art, Christmas abzukürzen, um der oftmals rund ums Weihnachtsfest kritisierten Verschwendung von Ressourcen vorzubeugen (hier: von Buchstaben!).

Y wie Y: Buchstabe, der die letzte Bastion versinnbildlicht, die sich den Fängen des kommerziellen Weihnachtstrubels noch entziehen kann.

Z wie Zimt: Wirkung wie –> Räucherstäbchen, nur in der Premium-Deluxe-Version-Ultra-Plus, erprobt vom Institut für nachhaltige Weihnachtsstimmungsforschung im Rentierland.

18.12.2014 //

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